Spielzeiten

 

         2017

                    18


Wir erleben einen starken Rechtsruck, die Zuschreibung von Identitäten nimmt an Gewalt und Häufigkeit zu, der Druck sich selbst identitär zu positionieren steigt.

Gleichzeitig – so müsste man meinen – geht die Entwicklung von nationalen Identitäten hin zu globalen. Menschen leben in Deutschland, studieren in Amerika und arbeiten in Dubai. Viele Menschen leben in einer Vielzahl von Ländern für einen längeren Zeitraum. Nicht nur mit einer Kultur aufzuwachsen ist für Viele Normalität. Sich zwischen verschiedenen Communities bewegen zu können, ist eine Voraussetzung, um Gefühle von Belonging, von Zugehörigkeit, zu entwickeln. Mehrere kulturelle Rollen, mehrere Identitätskonstrukte, mehrere Wert- und Weltbilder zu haben, ist für viele Bedingung eines (glücklichen) gesellschaftlichen Seins.

„performance of being in-between“ setzt genau hier mit der Recherche ein: Wie erleben wir unsere Mehrfachidentitäten? Wie gestalten wir sie? Wie gehen wir mit dem zunehmenden gesellschaftlichen Druck um? Was bedeutet diese kosmo- und multipolitischen Erfahrungen für uns als Kulturschaffende? Welche Rollenfiguren, Ästhetiken und Erzählungen braucht es aktuell?

“Performance of being in between” 

Ballhaus Naunystrasse

Die Akademie der Autodidakten

01.05.2017


Wir erleben extreme Zeiten. Mit dem dem Erstarken nationaler Bewegungen weltweit, dem immer größer werdenden Abstand zwischen arm und reich und der politische Instabilität zwischen westlichem Abendland undöstlichen Morgenland wird es immer schwieriger das Chaos zu überblicken. Doch was wäre, wenn das nicht die einzig mögliche Wirklichkeit wäre? Was, wenn wir all das was uns umgibt so beeinflussen könnten, dass es wirkliche, bedeutende Konsequenzen hat? Was wenn alles, was wir gerade erleben, eine Simulation ist? Wenn es wirklich ein „ES“ gibt, das unsere Leben mitverfolgt und analysiert, wie wir uns entwickeln? Wie würdet ihr dann leben? Wie würdet ihr arbeiten und worüber würdet ihr sprechen/arbeiten wollen? Es gibt eine Theorie, die davon ausgeht dass das was wir erleben alles eine große Simulation ist, eine „Untersuchung“ wie sich die Menschen verhalten. Es gibt unterschiedliche Ansichten ob diese Simulation von Computern oder „höheren“ Lebewesen durchgeführt wird. Fest steht, dass die Simulation nur weitergeführt wird, solange sie für diejenigen, die uns dabei analysieren, interessant ist.  

In einem einwöchigen Workshop wird Julia Wissert mit euch kleine Interventionen entwickeln. In einem Atelierformat soll aus euren Gedanken, Interessen und auch Abneigungen kleinen Projekte entwickelt werden, die wir dann am Ende der Woche in einer offenen Probe zeigen und mit den anderen Theatertreffen-Teilnehmer*innen diskutieren. Es gibt keine formalen Vorgaben es können am Ende kleine Stücke, Manifeste, Gedichte, Tänze oder Performances entwickelt werden. Das Ziel ist der Simulation, die wir erleben, künstlerisch etwas entgegen zu setzen.  

Theatertreffen der Jugend

“What if…?” 

Haus der Berliner Festspiele

Leitung eines Residenzprogramms innerhalb des Theatertreffens der Jugend

09.06.2017


“Intercultural processes & art: the next level” 

Ballhaus Naunynstrasse

September 2017 

Ziel von „intercultural processes & art: the next level“ ist die Schaffung eines künstlerischen Labors mit theoretischem Input, performativ-theatralem Experimentieren und öffentlichen Performances.

Zwölf postmigrantische Dramaturg*innen und Regisseur*innen, zwischen 25 und 35 Jahren alt, begeben sich für sechs Tage in einen intensiven, gemeinsamen Austausch über neue Strömungen in Kunst, Theorie und Politik. Aktuelle gesellschaftsrelevante Fragen und zukunftsweisende Konzepte in den Künsten werden über Präsentationen und Vorträge eingeladener Expert*innen angestoßen und gemeinsam diskutiert. Das Labor ist als think tank darüber gedacht, wie die interkulturelle Welt von morgen und künstlerische Ästhetiken darin aussehen werden, und wie sich postmigrantische Künstler*innen darin positionieren können.

Folgende Fragen werden uns dabei leiten: Welches sind die neuen Geschichten und Ästhetiken, die uns interessieren und die wir auf die Bühne bringen möchten? Wie sind die Ästhetiken, die ein*e Künstler*in mit zugeschriebenem „Migrationshintergrund“ in relevanten und progressiven Diskursen teilnehmen lassen?

Zur Beantwortung dieser Fragen werden wir aktuelle sozial-politische Themen untersuchen, um dann in praktischen Experimenten nach ästhetischen Setzungen und Übersetzungen innerhalb des Theaters zu suchen. Daran anknüpfend sollen kurze Performances entwickelt und in einer öffentlichen Werkschau präsentiert werden.

Wir erwarten von „intercultural processes & art: the next level“ eine ganz wesentliche

Vernetzung unter den Kulturschaffenden selbst und zwischen diesen und den Expert*innen. Und wir erhoffen uns von diesem Labor, ganz entscheidende inhaltliche und ästhetische Impulse für das kreative Schaffen der Teilnehmer*innen, die sicherlich weiter tragen als bis zum ersten Showing.

Das Labor wird mehrsprachig sein, zumindest Deutsch, Englisch, Portugiesisch – wechselseitige Übersetzungen sind gewährleistet. Die vorraussichtlich ebenfalls mehrsprachigen Performances werden für Deutsch- und Englischsprechende verständlich sein.

Kuratiert von Julia Wissert und Laura Paetau


„Die Odyssee“

Nationaltheater Brünn

November 2017


„Die Göttinnen des Pops“ (AT)

Januar 2018

Luzerner Theater